TB-VIR

Zu einem besseren Verständnis von Tuberkulose:
Genetische Vielfalt von Mycobacterium Tuberculosis

 

Die weltweite Tuberkulose-Epidemie fordert jedes Jahr 1,5 Millionen Opfer und wächst in bestimmten Teilen der Welt weiter an, besonders in den Entwicklungsländern. Über ein Drittel der Erdbewohner haben eine latente Mycobacterium tuberculosis Infektion. Umweltfaktoren, aber auch die Virulenz und die vorhandene Konzentration des Bakterienstammes und genetische Faktoren der infizierten Personen bedingen, dass bei 10 bis 15% dieser Personen die Krankheit zum Ausbruch kommt. Tuberkulose ist eines der Hauptziele, die in den United Nations Millennium Development Goals (MDGs) identifiziert wurden, um das Auftreten von schweren Krankheiten bis 2015 zu stoppen oder zu reduzieren. Diese Epidemie kann gestoppt werden.

 

Das TB-VIR Konsortium ist angelegt, ein besseres Verständnis der Korrelation zwischen der genetischen Diversität eines besonders virulenten Stamms der Tuberkulose, M. tuberculosis W-Beijing, und den mit unterschiedlichem Erfolg auftretenden Reaktionen  des Immunschutzes von Menschen zu erhalten, die mit diesem Stamm infiziert sind. Als ein Resultat des Wissens, das mit dieser Netzwerkkooperation generiert wird, erhoffen sich die Mitglieder des TB-VIR Konsortiums ein verbessertes Verständnis des epidemiologischen Erfolgs dieses speziellen Tuberkulosestamms. Diese Resultate sollten die Entwicklung von neuen Kontrollstrategien und schnelleren, besser angepassten Diagnose- und Prognosetools zum letztendlichen Nutzen des Patienten ermöglichen. Weiterhin werden die gesammelten Informationen in eine frei-zugängliche Datenbank für die internationale Wissenschaftsgemeinschaft integriert. Diese Datenbank wird insbesondere Zugang verschaffen zu Daten der Genexpression bzw. differenziellen Regulation als Antwort auf die verschiedenen klinischen Isolate des Mycobacterium tuberculosis und der bakteriellen Gene, die nötig sind, um humane Makrophagen zu infizieren. Die Europäische Kommission hat dem Projekt ein Budget von drei Millionen Euro über drei Jahre  im Zusammenhang mit dem 7. PCRDT (Health Priority) zur Verfügung gestellt. Der W-Beijing Stamm ist in Europa und Asien vorhanden and ist der vorherrschende Tuberkulosestamm in der ganzen Welt, vermutlich wegen der genetischen Vorteile und spezifischer Virulenzfaktoren und der Veränderung des Immunschutzes des Wirts. Studien haben gezeigt, dass der Stamm für 80 bis 90% der Fälle in China verantwortlich ist, wo das durchschnittliche Vorkommen von Tuberkulose bei 74 Fällen auf 100.000 Einwohner, und in der Shanghai-Region bei ca. 27 Fällen pro 100.000 Einwohner liegt. Der W-Beijing Stamm ist auch mit vielen Fällen von Antibiotikaresistenz assoziiert. All diese Faktoren rechtfertigen diese internationale und gemeinsame Bemühung, um diesen Mycobacterium Tuberculosis-Stamm klarer zu definieren.

 

GATCs Aufgabe:

GATC betreut im Rahmen dieses Projekts die Sequenzierung eines Tuberkulose-Stammes. Dabei wird auf Sequenziertechnologien der neuesten Generation (Next Generation) zurückgegriffen.

 

Teilnehmende Partner:

TB-VIR ist ein kooperatives Forschungsprojekt, koordiniert von Dr. Olivier Neyrolles, Leiter eines neuen Teams am Institut Pharmakologie und struktureller Biologie (IPBS - Unité mixte CNRS/Université Paul Sabatier, Toulouse, France) in der “Molekulare Mechanismen der mykobakteriellen Infektionen” Abteilung unter Leitung von Dr Mamadou Daffé. Das Forschungsnetzwerk umfasst das Institut Pasteur, Inserm-Transfert und die Biotechnologiefirma IntegraGen S.A. (Frankreich), die Universität von Saragossa (Spanien), das Max Planck Institut für Infektionsbiologie und GATC Biotech (Deutschland), das Shanghai Municipal Center for Disease Control and Prevention, die Universität von Fudan und Ruijin Krankenhaus (Shanghai, China), und das Institut Pasteur of Korea (Seoul). Der Schlüssel zu dem Erfolg des Programms – zusammengestellt aus akademischen Partnern, die manchmal an anderen Enden der Welt arbeiten, aber auch mit europäischen kleinen und mittelständischen Unternehmen – wird auch durch das professionelle Management des Konsortiums bestimmt werden. Diese Aufgabe wurde der Inserm-Transfert Unit für internationale Forschungsprojekte über ansteckende Krankheiten anvertraut, geleitet von Dr. Jérôme Weinbach; eine Gruppe, die in dieser Art von internationalen Projekten erfahren ist.

 

 

 

Spotlight

Dr. Janet Kenklies

Dr. Janet Kenklies

j.kenklies@gatc-biotech.com

 

 

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